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Die Straße der Ölsardinen - Kurzurlaub in Lissabon

Vor ein paar Jahren waren wir zum ersten Mal in Lissabon und haben uns sofort in diese Stadt verliebt! Hier kann man herrlich auftanken, frische Luft schnuppern, sich treiben lassen … und nebenbei auch ein paar tolle neue Fischkonserven entdecken! Denn: die Sardine gehört für Portugiesen zum Alltag, ist ein wichtiger Teil ihrer Kultur und Identität. In Lissabon ist sie wirklich omnipräsent: ob in der Dose, frisch auf dem Grill, als Graffiti an der Wand oder auf allen erdenklichen Souvenirs – überall wird man an sie erinnert:

Das Ganze ist aber kein neumodischer Spleen oder ein gewiefter Trick der Tourismusindustrie, sondern hat eine lange Tradition: Schon seit Jahrhunderten beginnt am 12. Juni, am Vorabend des Feiertages des Heiligen Antonio, die Sardinensaison. Diese Tradition geht auf eine Legende auf dem 13. Jahrhundert zurück: als der Heilige Antonio in Rimini weilte, war er zutiefst enttäuscht von der lokalen Bevölkerung, die seinen Predigten nicht zuhören wollten. Deprimiert ging er zur Küste hinab, um sich den Fischen anzuvertrauen. Wie durch ein Wunder erhoben tatsächlich alle Fische ihre Köpfe aus den Fluten und lauschten seinen Worten. Die Bewohner von Rimini eilten herbei, um das Wunder zu bestaunen und wurden Zeuge, wie die Fische sich vor dem Heiligen Antonio verneigten. Fortan brachten auch sie ihm die gebührende Ehrerbietung zu und kamen regelmäßig zu all seinen Predigten. Antonio war schon zu Lebzeiten wegen der vielen Wunder verehrt, die er angeblich vollbrachte – unter anderem gilt er auch als eine Art heiliger Verkuppler, der ledige junge Frauen mit dem richtigen Mann segnet – und wurde auf Drängen des Volkes bereits elf Monate nach seinem Tod heilig gesprochen. In Lissabon, dessen Schutzpatron derHeilige Antonio ist, werden zur Erinnerung an dieses denkwürdige Ereignis alle Straßen und Balkone mit bunten Flaggen und Wimpeln, oft in Form von Sardinen, geschmückt. Dann ist die ganze Stadt auf den Beinen, feiert und isst gegrillte Sardinen!

Seit unserem ersten Besuch versuchen wir, regelmäßig zurück zu kehren und so waren wir auch dieses Jahr wieder dort – allerdings leider nicht während des Festivals.

Einer unser ersten Besuche dieser letzten Reise führte uns zur Conserveira de Lisboa, von der wir bereits einige Produkte der Linie Tricana und Minor im Sortiment haben. Die Conserveira de Lisboa wurde 1930 gegründet, und das Verkaufsgeschäft hat sich seit diesen Tagen kaum verändert. Der Laden ist winzig klein, wenn fünf Kunden im Geschäft stehen, ist es schon voll und man fühlt sich wie die sprichwörtliche Sardine in der Konservendose. An den Wänden sind alte Holzregale aufgereiht, in denen die Konserven präsentiert werden, ein breiter Holztresen mit einer riesigen, wunderschönen und abgewetzten Kasse trennt die Kunden von den Verkäufern. In einer Ecke sitzt eine Mitarbeiterin und verpackt die neutral gehaltenen Konservendosen in das schöne Packpapier mit dem einprägsamen Logo. 600 Dosen pro Tag schafft eine Mitarbeiterin in etwa. Selma Santos, die sich um den Export kümmert, nahm sich viel Zeit für uns und empfahl uns einige neue Fischspezialitäten wie z. B. Sardineneier. Da bei der Conserveira nur die besten der besten Fische ganz eingelegt werden (und das alles in Handarbeit!) genießt die Marke ein sehr hohes Ansehen und ist nicht nur bei Einheimischen, sondern auch in vielen anderen Ländern bekannt und beliebt.

Ein absolutes Highlight für uns war auch der Besuch des Sol e Pesca, einem Lokal, dass sich in einem ehemaligen Anglerfachgeschäft befindet, und in dem man fast ausschließlich Fische aus der Dose zu essen bekommt. Auf kleinen, etwas klapperigen Flohmarktmöbeln kann man zwischen Angelruten, Reusen, Postern von Fischen und Angelhaken die Fische verspeisen, die man sich vorher aus einer Vitrine voller Konserven ausgesucht hat. Es gibt Sardinen, Makrelen, Bacalhau, Thunfisch, Tintenfische und Oktopusse in vielen verschiedenen Variationen. Die Dose wird geöffnet, der Fisch kommt auf einen Teller mit etwas Olivenöl und frischen Kräutern, dazu gibt es Brot und einen schönen Vinho Verde. Délicieux!

Hier im Sol e Pesca haben wir den Thunfisch von Santa Catarina entdeckt, den wir seitdem auch verkaufen. Die Conserveira Santa Catarina hat ihren Sitz auf der Azoren-Insel Sao Jorge und produziert – getreu dem Motto "Ein Mann, eine Rute, ein Thunfisch!" – ausschließlich "dolphin safe" Konserven. So kommt auch stets nur der weiße, nicht gefährdete Thunfisch Germon in die Tüte bzw. in die Dose. Alle Zutaten stammen aus lokalem Fang und lokalem Anbau und werden von Hand verarbeitet. Dabei werden keine künstlichen Zusatzstoffe verwendet, dafür aber viel Liebe und Sorgfalt. Das besondere an den Konserven von Santa Catarina sind die fein geschnittenen Stücke, die sich besonders hübsch anrichten lassen. Und auch geschmacklich hebt sich dieser Thunfisch von herkömmlichen Konserven ab: Die Konsistenz ist zart aber fest, der Geschmack fein fischig ohne dabei aufdringlich zu sein – ein besonderes Geschmackserlebnis!

Die letzte Etappe unserer kulinarischen Entdeckungsreise führte uns zu dem jungen Start-Up „Miss Can“, das 2011 von den Zwillingen Tiago und Barbara, und ihrer Freundin Marta gegründet wurde. Clever wussten die drei ausgebildeten Designer die Rückschläge durch die Wirtschaftskrise zu nutzen und besannen sich auf ihre Wurzeln: Barbaras und Tiagos Großvater gehörten zwei Fischkonservenfabriken und Marias Urgroßvater war Großhändler der ersten portugiesischen Fischfabrik! Den Fisch haben die drei also schon im Blut! Für Miss Can arbeiten die Freunde mit der „"Conserveira la Poveira“ zusammen, die noch nach traditionellen Methoden arbeitet und stets nur fangfrische Fische verarbeitet. In jede der Packungen kommen drei Dosen – Sardine, Thunfisch und Makrele, in verschiedenen Saucen von klassisch bis feurig. Der obligatorische portugiesische Bacalhau (Stockfisch aus Kabeljau) darf natürlich auch nicht fehlen!

Um Miss Can bekannt zu machen, haben sich Tiago, Barbara und Marta anfangs selbst hinters Steuer ihres knallgelben Dreirads gesetzt und sind damit durch die Stadt gefahren, um sich an publikumsreichen Plätzen mit ihrem mobilen Verkaufsstand zu postieren. Zwar ist Miss Can 100% portugiesisch, doch die drei haben große Pläne mit ihrer Miss: als Botschafterin für portugiesische Tradition und Kulinarik soll sie um die Welt reisen und die portugiesische Fischkultur bekannt machen. Uns hat sie schon überzeugt und bald werden auch Sie die Gelegenheit haben, die Miss im Sardinophil-Shop kennen zu lernen.

Von Noémie Causse | | Lieferant, Portugal, Reisen | Mehr lesen...

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